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Jahreslosung 2018:

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle lebendigen Wassers umsonst“.

Offenbarung 21,6


Liebe Leserinnen und Leser,

loszugehen heißt es nun, die Verheißung des Morgens atmen, in die Stille des Unberührten aufbrechen. Dem neuen Jahr entgegenlaufen, mit eigenen Schritten hineinwandern…

Dürstend - nach neuen Erfahrungen?

Worte vom heilsamen Durst… oder vom ewigen Leben im „richtigen Leben“ werden uns als Wegzehrung ins Jahr 2018 mitgegeben.

Das Dürsten – ich will es als ein sehnsüchtig sein nach Begegnung mit dem lebendigen Gott beschreiben - gehört von Anfang an dazu. Bilder vom Lebenswasser und heilsamen Durst sind in der ganzen Bibel zu finden.

Johannes, der Seher, blickt in die Zukunft. Er überbringt die Einladung an alle, die sich von einem Gott mitreißen lassen wollen, der alles neu machen wird. „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“, heißt es da. In der Vision wohnt die Gemeinde nahe an der verheißenen Quelle. Sie hält das Lebenselixier in den Händen.

Johannes, der Evangelist, ruft in die Gegenwart. Er bringt eine weitere Facette hinein, wenn er an Jesu Worte erinnert: „Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Offene Hände, einer Schale gleich, empfangen das lebendige Wasser, erfrischen und geben es weiter. Schauen Sie doch noch einmal auf das Titelfoto und lesen dazu die überlieferten Worte Bernhard von Clairvaux', die durch die Jahrhunderte zu uns klingen:

Schale der Liebe

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale, nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger als Gott zu sein. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss. Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen und dann ausgießen. Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle; wenn nicht, schon dich. Bernhard von Clairvaux, 12. Jahrhundert

 Wenn Sie nun dem neuen Jahr entgegen laufen und mit eigenen Schritten hineinwandern, wünsche ich Ihnen, dass Sie Gottes Himmel wie Johannes offen sehen können, dabei die Hände zur Schale geformt.

 

Ihre Vikarin Madlen Goldhahn