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 Zeit, ach, du liebe ...

 

 

 

Liebe Gemeindeglieder,

Es gibt die „Tagesschau in hundert Sekunden“. Menschen, die wenig Zeit haben, können so in Kürze die neuesten Nachrichten erfahren. Es ist typisch für unsere schnelllebige Zeit. Die neue ICE-Strecke spart wohl eine halbe Stunde ein. Das Auto war drei Minuten schneller als das Navi. Ein Glaubenskurs in vier Stunden. Eine Taufe in drei Minuten. Die Gottesdienste sind zu lang. Das Aufladen eines Elektroautos dauert wohl so ca. eine halbe Stunde.

Was werden wir mit der Zeit anfangen, wenn wir unterwegs sind?

Die Einen sehnen sich nach Ruhe und Zeit. Andere wissen nicht, wie in ihrer Einsamkeit die Zeit vergeht. Hast du Zeit für mich? Hast du mal eine Minute?

Wir brauchen Zeit, füreinander, miteinander und auch sonst: Ankommen braucht Zeit. Sich kennenlernen braucht Zeit. Sich umstellen braucht Zeit. Trauern braucht Zeit. Kreativ sein braucht Zeit. Suchen braucht Zeit. Sich aneinander zu gewöhnen braucht Zeit. Oft suchen wir Lösungen, manchmal sehen wir sie nicht und machen einfach immer weiter. Menschen rutschen in Gewohnheiten hinein und verlieren das Gespür dafür, sich die Zeit zu nehmen, die ihr Leben eigentlich braucht. Auch Glauben braucht Zeit. Wenn man sich die Zeit nimmt für all diese Dinge, jenseits der Pflichten, dann bekommt die Seele das, was sie braucht und was ihr Kraft gibt.

Gott, hilf mir, meine Zeit zu füllen mit dem, was mein Leben reicher macht.

Meine Zeit steht in Deinen Händen. (Ps 31,15)

Pfarrer und Klinikseelsorger Christian Sparsbro