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Vom alten in das neue Kirchenjahr - liebe Leserinnen und Leser!

Es ist November – die farbenfrohe Erntepracht verschwindet langsam in den dunkler und trüber werdenden Tagen. Im November geht auch das Kirchenjahr zu Ende mit dem Totensonntag. Viele Menschen machen sich in diesen Tagen auf den Weg zum Friedhof. Sie gedenken der Toten, ihrer Lieben.

Sie erinnern sich und geben ihrer Trauer Raum und den Toten Raum und Zeit. Die Gräber werden mit Tannengrün geschmückt und brennende Lichter entzündet. Wir laden Sie alle, die Sie im zurückliegenden Jahr einen Angehörigen verloren haben, in unsere Gedenkgottesdienste ein. Auch hier werden Lichter entzündet. Alle verbinden sich in der Erinnerung und auf der Suche nach Trost und neuer Lebenskraft im Gebet und in der Gemeinschaft. Totensonntag wird so zum Ewigkeitssonntag und erzählt viel von unserem Glauben und unserer Hoffnung. Wir glauben, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist. Wir hoffen, dass wir nach dem Tod für immer bei Gott sind. Wie das sein wird, können wir nicht beschreiben. Viele Schriftsteller der Bibel erzählen hoffnungsvoll und voll Vertrauen auf Gottes Liebe über unser Leben hinaus davon. Der Apostel Paulus schreibt im Neuen Testament im Brief an die Römer: „Ich bin gewiss, dass uns nichts von der Liebe Gottes trennen kann, weder Tod noch Leben.“

Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, gibt der Sehnsucht nach dem Ende aller Trauer und allem Leides ihren eigenen Ausdruck: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“

Der Glaube kennt den Schmerz und die Angst … biblische Botschaft will uns damit nahe kommen und ein Stück der Ewigkeit in Worte kleiden, damit wir sie besser verstehen können. Im Angesicht des Todes sehnen sich Menschen oft besonders nach Gottes Liebe und nach seiner Nähe. Die Frage nach dem Sinn allen Lebens stellt sich besonders. Die Antwort Gottes für uns ist seine Liebe zu uns. Wenn sie uns erreicht, begegnen wir der Ewigkeit.

Das Sehnen und Suchen führt uns mit dem Licht der Trauer hin zu dem ersten Licht im Advent. Etwas Neues beginnt. Das Grün auf den Gräbern wird zum Tannengrün der Sträuße und Kränze im Advent. Der christliche Glauben zeigt sich ganz lebendig in unserem Jahrhunderte alten Tun.

Der Tod führt ins Leben. Jesus bahnt sich den Weg. Ein neues Kirchenjahr beginnt. Die christliche Hoffnung hält neues Leben für uns bereit.

Es wartet auf uns, liegt schutzlos in der Krippe, ist in Windeln gewickelt, wie der Weihnachtsstollen. Es bringt neues Licht, neue Wärme, neue Liebe mit sich und die große Verheißung, dass nicht der Tod das letzte Wort über uns sprechen wird, sondern Gott, der Ewige, der ewiges Leben für uns hat.

Totensonntag und 1. Advent, sie liegen dicht beieinander. Was sie vereint? Es ist das Erzählen vom Ewigen Leben.

Während die Blätter fallen und es draußen nasskalt ist, während die vielen Lichter der Verstorbenen gedenken, da wächst das Kind im Mutterleibe heran. Behaglich und gemütlich richtet es sich dort ein und mag sich kaum vorzustellen, dass es einmal geboren wird, diesen Ort verlässt und sich ihm an seinem Geburtstag eine neue große helle Welt öffnet, in der es das erste Mal seine Mutter, die es die ganze Zeit unsichtbar getragen hat, sehen wird.

So ging es uns einmal, uns allen, ausnahmslos.

So wird es uns auch einmal gehen.

Gott will ankommen bei uns, bei jedem Einzelnen. Wir kommen bei ihm an.


In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie alle

Ihr Pfarrerehepaar Christina und Christian Weigel