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Männerschmieden am 30. Juni 2017 in Saalfeld
Mit einem kurzen Friedensgebet in unserer wunderschönen Johanneskirche begann am
30. Juni wieder das Männerschmieden. Das gemeinsame Gebet stimmte uns besinnlich
auf den Abend ein und half etwas Abstand zum gestressten Alltag herzustellen.
Anschließend trafen wir uns diesmal im Garten von Andreas Tietz, der uns mit
köstlichem Grillgut erwartete. Vor allem die Roster nach marokkanischer Art
erregten unsere Aufmerksamkeit, allerdings griffen wir Thüringer nach dem
kulinarischen Ausflug wieder zur Thüringer Roster über und es gab von Berichten
zum kanarischen Urlaub bis hin zu Diskussionen über die aktuelle Nachrichtenlage
interessante Themen.
Nach dem Essen erklärte uns Pfarrer Christian Sparsbrod, was man unter leichter
Sprache versteht und überreichte uns die Schrift von Martin Luther „Von der
Freiheit“ die neben dem Original „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ auch
in Auszügen eine Übersetzung in leichter Sprache enthielt. Jeder lass einen
Abschnitt vor und nach zwei Runden hatten wir genügend Stoff zusammen, um uns
die Frage zu stellen, was Martin Luther in seiner Zeit damit ausdrücken wollte
und wie wir diese Freiheit für uns selbst interpretieren. So gab es Diskussionen
über den Gegensatz bzw. den Zusammenhang zwischen der Freiheit eines Christen
wie die eines Königs und des Gehorsams wie die eines Dieners. Es stellte sich
die Frage wie der Innenmensch frei sein kann, während der Außenmensch geknechtet
wird und ob die Seele (Innenmensch) nach dem Tod des Außenmenschen weiterlebt.
Wenn der Innenmensch und der Außenmensch eine Einheit darstellen, stirbt dann
auch die Seele, wenn der Außenmensch stirbt? Was passiert eigentlich mit der
Seele, wenn der Außenmensch gestorben ist, benötigt sie einen neuen
Außenmenschen um weiter zu existieren und nimmt sie Erfahrungen des letzten
Außenmenschen mit bzw. begibt sich die Seele in Dimensionen die wir uns als
Menschen nicht vorstellen können? Die Freie Anmerkung „… Am Wochenende fühle ich
mich frei.“ brachte genauso verschiedenste Ansätze in die Diskussion wie die
Aussage das Gott unsere Seele aufnimmt, egal wie gut oder schlecht der
Außenmensch sich zu seinen Lebzeiten verhalten hat und damit die Frage welchen
Wert das Verhalten eigentlich hat?
Wenn die Diskussionen doch in eine zu heiße Phase eintraten und Paulus in den
Interpretationen zu einflussreich hervortrat, zeigte es sich schnell, dass wir
in unserem Denken und Interpretationen frei sind und es sehr hilfreich ist,
einen so erfahren Moderator wie unseren Pfarrer im Kreise zu haben.
Ich empfinde das Männerschmieden als ein Highlight und kann es jedem Mann
empfehlen, da hier in einem sehr offenen Kreis viel Lebenserfahrung
zusammentrifft, um in Vorstellungen und Diskussionen Neues zu erfahren und von
verschiedenen Seiten genauer hinzuschauen. Ist man erst einmal dabei, will man
garantiert kein Treffen mehr verpassen.
Daniel Schröder