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Männerschmieden
Männerschmieden – ein Gesprächskreis für Männer- trifft sich ca. alle sechs Wochen am Freitag Abend an unterschiedlichen Orten.  Wir sprechen von Mann zu Mann in gemütlicher und offener Atmosphäre über Familie, Arbeit, Freizeit, Politik, Bibel und Glauben. Wir sind überzeugt, dass wir durch Gespräche uns selbst und andere besser verstehen lernen. Wir denken, dass der Austausch positive Auswirkungen auf die Beziehung hat,  in denen wir leben. Der Name ist entstanden bei einer Freizeit, zu der wir tatsächlich geschmiedet haben.
Jeder Mann ist herzlich willkommen.
Kontakt: Pfarrer Sparsbrod




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Tolle Gastfreundschaft und was zu Lachen

 
Referent und gleichzeitig Gast zum Männerschmieden am 27. Mai 2011 war Pfarrer i.R. Dr. Rainer Hennig aus Ludwigstadt. Wenngleich der ehemalige Umweltbeauftragte der bayrischen Landeskiche am Rande die Umweltinitiative der Mitteldeutschen Landeskirche "Klimawandel - Lebenswandel" ausdrücklich lobend erwähnte, wurde diese dennoch nicht weiter thematisiert, zumal es beim letzten Treffen Ende März erst darum ging. Zu diesem Männerschmieden waren keine Diskussionen tiefsinniger Natur, sondern ganz simpel Spaß und Lachen angesagt.
Um Dr. Hennig ein wenig entgegenkommen zu sein, fuhren wir nach dem Friedensgebet, zu dem auch einige Männer unserer Runde teilnahmen, nach Probstzella. Dort fanden wir in Pfarrer Christian Leist-Bemmann einen Gastgeber, der der sprichwörtlichen Thüringer Gastfreundschaft alle Ehre machte: Da in den Gemeinderäumen im Pfarrhaus eine andere Veranstaltung stattfand, stellte er uns einen privaten Raum zur Verfügung. Ein ganz großes "Dankeschön" an dieser Stelle.
Zunächst einmal besichtigten wir die Kirche von Probstzella und sangen darin auch ein paar Lieder, dann speisten wir zünftig in Pfarrers Gemächern zu Abend. Anschließen gab es auf Wunsch von Dr. Hennig eine Vorstellungsrunde, in der jeder ein wenig über sich und seinen Beruf erzählte. Wie unser Pfarrer Christian Sparsbrod bemerkte, sind solche Runden immer wieder interessant, selbst wenn man sich schön über Jahre kennt. Für einen wie mich persönlich, nach Saalfeld zugezogen, auch beim Männerschmieden nicht von Anfang an dabei, und auf Grund von Schichtarbeit auch nicht jedes zugegen, ist es eh schön, mehr von denen zu hören, mit denen ich an einem Tisch sitze.
Es wurde so in etwa 21.00 Uhr, als wir zum eigentlichen Thema des Abends übergingen, dem jüdischen Witz. Es ist schon eine besondere Art Humor, wie die Juden über sich selbst lachen können, so besonders, das sie selbst einen Dr. Hennig, der sich selbst als einem humorlosen Menschen bezeichnete, begeistern kann. Bei seinen Ausführungen zitierte er aus zwei Büchern, per Overhaed warf er Illustrationen an die Wand.
Besonders angetan scheint Dr. Hennig von Jecken-Witzen zu sein. Jecken nennt man Juden mit typisch deutschen Verhaltensmustern. Kleines Beispiel: Ein Jecke liegt auf dem Sterbebett, um ihn ist seine ganze Familie versammelt. Der Sterbende fragt nacheinander seine Frau, die beiden Söhne und auch die Tochter, ob sie denn da seien, und nachdem alle die Frage bejaht hatten, weil sie in einer solchen Stunde doch bei ihm sein müssten, fragte er Jecke fast erbost: "Und wer ist jetzt im Laden?"
 
Enno Pfaffenberger

 
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Männerschmieden im Gemeindehaus Gorndorf

 
Die Männer der Gruppe „Männerschmieden“ trafen sich am 25.03.2011 in Gorndorf. Das Thema lautete Klimawandel – Lebenswandel.
 
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan in Atomkraftwerk Fukushima fand eine Diskussion über den Sinn und die Gefahren der Atomenergie zur Energiegewinnung der Menschheit statt. Der überwiegend Teil der Teilnehmer sah in der Atomstromerzeugung die Gefahren während des Betriebes der Atomkraftwerke. Das Thema Lagerung der Atomendprodukte über tausend von Jahren (Plutonium 239Pu 24.110 Jahre) wurde lang diskutiert. Ein atomares Endlager muss also Sicherheit über viele Halbwertszeiten geben, über Zeiträume, die unser Vorstellungsvermögen sprengen. Es fällt schwer, sich die Gefahren und Gefährdungszeiträume von Atommüll vorzustellen.
„Der giftigste Stoff der Welt
Plutonium - sinnigerweise benannt nach Pluto, dem griechischen Gott des Totenreiches - ist der giftigste Stoff, den es gibt. Seine kurzreichende Alpha-Strahlung reißt gewissermaßen tiefe Schneisen in jedes lebende Gewebe und zerstört es. Dabei kann es nur schwer oder gar nicht ausgeschieden werden, es setzt sich fest, reichert sich sogar an, die Strahlung ist bei einer Halbwertszeit von 24000 Jahren faktisch dauerhaft vorhanden. Bereits wenige Millionstel Gramm (Mikrogramm) können sofort, sogar nur etliche Milliardstel Gramm (Nanogramm) langfristig tödlich wirken ... " Zitat Frankfurter Rundschau
 
Unter diesen Voraussetzungen wurde das Thema der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands www.klimawandel-lebenswandel.de diskutiert. Die evangelischen Kirche Mitteldeutschlands hat sich vorgenommen 1 Mill. Kg COeinzusparen.
Wir kamen überein, wenn jeder einen Teil dazu beiträgt ist das und mehr zu schaffen.
Folgende Maßnahmen wurden besprochen:
 
-          das Auto öfters mal stehen lassen und das Rad nehmen.
-          Verringerung der Stand by Verluste bei Stereoanlage, WLAN Router, Fernsehgerät usw. durch Einbau eines Netzschalters.
-          Verzicht auf Mineralwasser, welches viele km auf den Straßen transportiert wurde und dafür Wasser aus der Hauswasserleitung trinken.
-          Wäsche trocknen ohne Strom – was für Männer recht einfach ist
-          Sparen beim Heizen durch sinnvolles Lüften
-          Austausch der Heizungspumpe – gegen eine Pumpe mit nur 4 – 10 Watt Leistung
-          Usw.
 
Jeder Teilnehmer macht sich seine Gedanken und wird sich in späteren Veranstaltungen dazu äußern.
 
 
 
 
Dieter Preuß

 

"Männerschmieden" auf der Neubaustrecke

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Wenn in Thüringen der Winter beginnt, kann man sich still ins Kämmerlein setzen. Oder es wie 14 Leute vom „Männerschmieden“ Saalfeld machen und sich auf den Weg nach Goldisthal begeben. Dort empfing uns Herr Kremer vom Bahn- Besucherinformationszentrum, um uns zum Nordportal des Tunnels Bleßberg zu begleiten.
Die Deutsche Bahn Netz AG baut die Schnellbahnstrecke zwischen Halle und Leipzig sowie Ebensfeld aus und hier in Thüringen befinden sich anspruchsvolle und sehr teure Abschnitte dieser Bahnstrecke, auf der ab 2017 Züge mit bis zu 300 km/h in vier Stunden zwischen München und Berlin unterwegs sein sollen. Wir alle werden am Ende 10.000 Millionen Euro bezahlt haben, damit ab 2017 nur noch Regionalzüge durchs Saaletal tuckern und unser Weg nach München oder Berlin noch länger dauert. Mit der Bahn.
Wer sich über das Technische weiter informieren will kann das unter www.vde8.de tun. Herr Kremer zeigte uns jedenfalls noch die im Bau befindliche Massetalbrücke nahe Oelze, deren Baustelleneinrichtung so langsam im Schnee versinkt.
Nach dieser anregenden Techniktour fuhren wir nach Thälendorf, wo uns Pfarrerin Elvira Heide erwartete. Ein romantisches Thüringer Dorf, wo Kirche und Pfarrhaus und hohe Bäume das Ortsbild prägen und die Pfarrerin noch jeden kennt. Kein Wunder, hat sie sich doch 1992 nach Ihrem Ausstieg aus der Salzgitter AG ganz dem Pfarrberuf hingegeben. Und das in Thüringen. Und das ohne Salär. Diese kundige, engagierte und klar sprechende Frau durften wir kennen und schätzen lernen. Das Thema des Abends, bei dem wieder gemeinsam gegessen und getrunken wurde war "Eigenverantwortung". Weil wir uns wohl zu selten sehen und immer wichtiger Gesprächsbedarf ist, schweiften wir zuweilen vom Thema ab.
Wie immer hielten wir eine Bibellese, sangen und Christian Sparsbrod erzählte von einer Trauerfeier, bei der das Wort Danke großen Platz hatte. Danke für den Menschen, der gegangen war, Danke für sein Tun, Danke für die Ewigkeit, von der wir ein Teil sind, Danke für die Chancen, die immer vorhanden sind.
Das nächste Treffen ist dann das erste im neuen Jahr, am 14. Januar 2011 um 18:30 Uhr im Saalfelder Weltladen, mit Film.
Bernd Schiffner

 
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Christentum und Buddhismus

Da der zweite Anlauf, das Männerschmieden auf dem Eberstein zu verbringen, fehlgeschlagen ist, hatte uns Harry am 3.9.2010 in seinen lustig, verspielten Garten eingeladen. Zunächst grillten, aßen und tranken wir. Dann genossen wir eine Führung durch den Garten und konnten nützliche Beete und stille Ecken entdecken zum Ruhen und Liegen, Sitzen und Wiegen. Später, schon beim Schein der Fackeln übten sich einige im Werfen von Hufeisen. Der Abend ging dann weiter in der mit Wein bewachsenen, geflochtenen, offenen und doch geschützten Rundhütte beim Feuer in der Waschmaschinentrommel.

Das Thema des Abends war das Verhältnis zwischen Christentum und Buddhismus, angeregt durch die Septemberausgabe 2010 der Zeitschrift Zeitzeichen, in der auch ein zweiseitiger Artikel über Oskar Gottlieb Blarr und das Himmelfahrtsoratorium erschienen ist, das am Sonntag hier in Saalfeld uraufgeführt wird. Wir entdeckten, dass nicht wenige Christen gerade die buddhistische Meditationspraxis für sich angenommen haben und praktizieren. Außerdem hörten wir davon, dass das Gottesbild, das Menschen haben, abhängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. eigene Biographie, Zeitepoche oder Machtinteressen. Deshalb sollten wir, so wie auch im Buddhismus, vorsichtig sein, Gott auf ein bestimmten Bild festzulegen. Aber auch das sind ja Gedanken der Bibel: „Du sollst dir kein Bildnis machen...“.

Ebenso beschäftigte uns die Frage nach der Sündenlehre der Kirche in ihrer Geschichte. Der Buddhismus verbreitet keine Selbsterlösung, sondern betont, dass der Mensch einen Anteil hat an seiner inneren Entwicklung nach Erlösung, auch wenn natürlich gilt, dass Gott erst heilend und erlösend wirken kann, wenn der Mensch innerlich leer ist, leer, wie eine offene Schale vor Gott. Einzelnen Stimmen in der Runde wiesen drauf hin, dass eine bestimmte Sündenlehre der Kirche Menschen über lange Zeit eher mit Schuldgefühlen belastet hat und klein halten wollte und auch dadurch Macht ausgeübt worden ist.

Mit Singen von Liedern durch Colum und auch gemeinsam ging der Abend zu Ende. Das nächste Männerschmieden ist voraussichtlich am 15.10.2010, der dritte Anlauf, den Abend in dem kleinen Jagdschlösschen auf dem Eberstein zu verbringen.

 

 
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Männer –Schmieden Saalfeld den 09.Juli 2010

Von Einem, der das erste mal dabei ist.

Morgen, nach dem Friedensgebet, treffen wir uns wieder und reden über einen von uns, der es nicht geschafft hat sein Leben in den Griff zu bekommen. „Klaus-Dieter Albrecht lag tot in seiner Wohnung als ich mit meinem Ersatzschlüssel nach ihm sah“ erzählte Rüdiger S. mir am Telefon. Ja ich kannte ihn vom Neuen Forum aus der Nachwendezeit. Klaus war klug und Rede gewand. Er hatte mehrere Berufe, er wollte, er wollte und wollte arbeiten als er noch gesund war, aber die Gesellschaft und die richtige Frau wollte ihn nicht. Haben er oder wir versagt? Hat seine Seele, er selbst oder andere den Körper kaputt gemacht oder wer noch?
Ich, der wohl glücklichere von Beiden, lasse meine sinnvolle Arbeit im schönem Haus liegen, verlasse meine geborgene Umgebung und eile am Freitagabend pünktlich 18:00 Uhr in die Johanneskirche zum Friedensgebet bei 30 Grad im Schatten. Nichts, alle Türen sind zu. Wo sind die, die ich sonst hier traf. Nun hatte ich doch ganz deutlich die Berufung gespürt - Heute und jetzt hier her zu kommen, ich hatte mich drauf gefreut. Alles zu und dunkel in der Kirche. Ein noch junger Mann, dem man sein Unglück ansah, ging es wohl eben so wie mir. Jener ging wieder und ich blieb. Die Tür zum Pfarramt war auf. Die nächsten zwei Türen waren zu. Die dritte Tür war auf. So einfach kann das Leben sein wenn man nur will und weiter versucht.
Die Kirche wurde aufgeschlossen, eine Kerze angezündet, die Alarmanlage vom Altar ausgeschaltet und wir zwei standen allein davor und er betete mit mir. Dann gab er mir den Schlüssel und sagte:“ die Männer kämen gleich um dann gemeinsam auf den Kirchturm zu steigen, im Türmerstübchen wollen wir uns heute treffen“. Da kamen sie nun die Mannen, die Gesunden und die Kranken, die Jungen und die Alten, die Schwachen und die Starken…. Jeder hatte was zu tragen. Das schwerste war wohl der Kasten Bier. Nun standen sie vor dem verschlossenem Südturm und ich als Neuer durfte stolz die Tür aufschließen. Oben, Hoch oben über der Stadt, über den Glocken, üben den Menschen da unten, über den vielen Problemen da unten, über unseren Problemen, der freie Blick in die Ferne, der Blick über den Dingen. Der Standort konnte nicht besser gewählt sei für unser heutiges Thema „Seele“. Die 12 Klappstühle waren schnell um den ausgezogenen runden Tisch gestellt und das frische Brot in Scheiben geschnitten, der Schmalz die Gurken daneben gestellt. Erst mal Luft holen, Liederbuch aufschlagen und singen, wer Noten und Text lesen kann, zur Gitarre.
Ich war wirklich durstig und hungrig. Wir tranken und aßen alle einfach ohne Teller und Gabel und ein Messer für alle. Dies taten wir für den Leib für unseren Körper. Die Seele im Körper sagte danke machte uns für den Moment glücklicher und wir merkten es nicht, oder haben es einige von uns bewusst bemerkt, oder bemerken, erinnern sich nachträglich daran, wenn sie diesen Text lesen? Es lohnt sich also immer nachzudenken was war und warum.
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Abenteuer am Nanga Bohlen

 

Am Freitag, dem 23. April 2010, war wieder Männerschmieden angesagt. Und wie! Diesmal hatten wir uns Katarina Schubert, unsere geschäftsführende Pastorin in Saalfeld, eingeladen. Gegen 19 Uhr trafen wir uns in Obernitz an der neugeschaffenen Erklärungs- und Aussichtsplattform gegenüber dem weithin bekannten geologischen Lexikon namens Bohlenwand. Zuerst schlenderten alle Gekommenen auch gemütlich im Tal entlang bis zum Fuße des Zimmermannsattels. Dort meinte Christian Sparsbrod:“ Wären wir wie in unsrer Jugend, würden wir hier und heute hochklettern.“ Kaum gesagt machten sich bereits die ersten auf den steinigen Weg nach oben. Nach und nach stiegen viele das kleine Schuttkar und danach den Trockenrasenbuckel zum Sattel hoch. Und das in Alltagskleidung, denn Bergsteigen war eigentlich gar nicht vorgesehen heute Abend. Oben angekommen wurden wir durch einen rotorangenen Sonnenuntergang über den Saalfelder Gartenkuppen belohnt.

Nach dem unspektakulären Abstieg fanden wir uns zu Vierzehnt zusammen im Obernitzer Gemeindehaus bei Pfarrer Bodo Gindler, der uns sehr freundlich Willkommen hieß. Beim Abendessen fand Jürgen Tauchens Grünkern-Kräuter-Brotaufstrich reißenden Absatz.

Jetzt war die Zeit für Katarina Schuberts Referat über „ Typisch Mann – Typisch Frau“ gekommen. Sie gliederte ihren Beitrag in sieben Schritte und begann mit Grönemeyers Lied „Wann ist ein Mann ein Mann“ von 1984. Aus eigenen Erfahrungen gespeist und mit geschichtlichen Entwicklungen untermalt, zeigte sie das Ziel auf, ein neuer Mann zu werden. So wie Jesus. Nicht genau so, aber so ähnlich. Eine Nummer kleiner sein zu wollen ist auch schon großartig, nämlich Liebe zu finden. Vom Lied Grönemeyers zum Hohelied Salomos führte ihr Gedankenweg. Kapitel 8: „Unter dem Apfelbaum weckte ich dich, wo deine Mutter mit dir in Wehen kam, wo in Wehen kam die dich gebar. Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertrinken können.“

Selbstverständlich gab es nach diesem Referat eine lebhafte Diskussion, die auch bei wenigen klischeehaftes Denken in Bezug auf „Typisch Mann – Typisch Frau“ aufzeigte. Aber so ist das Leben nun mal. Manche Prägungen sind schwer rückgängig zu machen. Festgefahrene Denkautobahnen sind schwer einzuebnen. Und durch richtige Wanderwege zu ersetzen. Aber einen Versuch oder mehrere ist es allemal wert. Nur so wird man zum neuen Mann.

Mit Rädern und einem Automobil machten wir uns genau beim Mitternachtsschlag auf die Wege nach Hause. Das nächste Männerschmieden wird sein am Freitag, dem 18. Juni 2010, Kontakt Pfr. Christian Sparsbrod, Telefon 03671-455-9431.

 

Bernd Schiffner

 
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Männerschmieden in der Jägerhütte am Stausee

Die Männer der Gruppe „Männerschmieden“ trafen sich am 19.02.2010 nach dem Friedensgebet an der Johanneskirche in Saalfeld. In Fahrgemeinschaften fuhr die Gruppe zum Parkplatz Staumauer am Hohenwartestausee. Bei leider sehr schlechtem Wetter wurden das Ziel die Jagdhütte Stausee erwandert. Hartmut Eckardt als Gastgeber des Abends hatte bereits am Nachmittag die Hütte beheizt und für die Verpflegung gesorgt. Nach dem gemeinsamen schweinefleischfreien Abendessen hörten wir einen sehr interessanten Vortrag von Hartmut über die Entwicklung des Waldes vom Holzmengen orientierten Holzanbau zur nachhaltigen Waldpflege. Eins kam deutlich im Vortrag zum Ausdruck: die Monokultur Fichtenwald hat ausgedient. Die Zukunft kann nur eine ausgeglichene Baumauswahl von Nadel- und Laubbäumen sein. Dazu bedarf es des Einsatzes gewaltiger finanzieller Mittel, sowohl vom Land Thüringen als auch von den privaten Waldbauern. Die Geschwindigkeit des Waldumbaus hängt von den sommerlichen Regenmengen und vom Wildbestand ab. Interessant waren die unterschiedlichen Niederschlagsmengen von um die 500 mm/qm in Saalfeld und der annähernd doppelten Regenmenge in Lehesten.

  In der theologischen Diskussion ging es um das Thema: „Verhältnis Jesus zu Gott“. Die Bibel gibt darauf keine eineindeutige Antwort. Auch unsere Überlegungen zu dieser Frage fielen sehr unterschiedlich aus. Das ist auch nicht verwunderlich – dazu stritten (und streiten) sich sogar die Gelehrten! Schon zu seinen Lebzeiten hatten die Menschen, denen er begegnete, ganz unterschiedliche Erwartungen an ihn – von „gar keine“ bis zum „Messias“, dem Retter der Juden vor den Römern. Mit Karfreitag und Ostern kam es dann ganz anders. Die ersten Christen und dann immer mehr Menschen sahen und sehen in Jesus einen Menschen, der durch seine besonderes Verhältnis zu Gott auch uns eine große Nähe zu Gott ermöglicht. Eine Antwort auf die Frage: Jesus – Mensch, Sohn Gottes oder Gott? kann jedoch nur jeder für sich selbst suchen.   Der Autor Enno Pfaffenberger las aus seinem Erstlingswerk „Enno Pfaffenberger (UN)heimliche Genüsse“ Zitat: „Die Popelkunde - Falls dich mal der Hunger plagt und ein Lokal bleibt Dir versagt …..“ Die Rezitation wurde mit Heiterkeit aufgenommen. Colum spielte auf der Gitarre 3 schöne Songs. Die Aussicht, wie in den Bildern ersichtlich, war an diesen Abend leider nicht zu sehen, aber der gelungene Abend wird den Teilnehmern in positiver Erinnerung bleiben. Die Bilder hat Klaus Albrecht beigesteuert.   Dieter Preuß

 

 
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 Männerschmieden im Weltladen

 
Wenn ich mir im Supermarkt eine preiswerte Tafel Schokolade kaufe - verschwende ich dann auch nur einen Gedanken daran, das für den selbstverständlichen Genuss in einer anderen Ecke der Welt, vornehmlich auf den Kakao-Plantagen der Elfenbeinküste, Kinder wie Sklaven gehalten werden und bis zu 15 Stunden am Tag schuften müssen, das diese Kinder keine Schule besuchen können, das die medizinische Betreuung für diese Kinder gleich null ist, das diese Kinder nicht einmal erahnen, wie Schokolade schmeckt, geschweige denn schon mal welche gekostet haben? - Nein, daran denke ich nicht!
 
Zur Adventszeit, am 4. Dezember trafen wir uns zum letzten Männerschmieden im Jahr 2009 im Weltladen in Saalfeld. Zuerst einmal war das Begutachten des “Kolonialwarenangebotes” der Regale angesagt. Anschließend gab Uwe Gräbner, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Weltladen Saalfeld einen Einblick in das Anliegen der Weltläden im Allgemeinen und speziell am Beispiel des Kakaos. Außerdem schauten wir uns noch ein Video an, in dem die Ungerechtigkeit auf dieser Welt noch einmal verdeutlicht wurde, aber auch Wege für ein wenig mehr Gerechtigkeit aufgezeigt wurden.
 
Das Prinzip ist ganz einfach: In den armen Herstellerländern der für uns eigentlich exotischen Waren bildeten sich Genossenschaften, auch auf Anregung ihres Abnehmers und Handelspartners GEPA.. Dabei werden Festpreise gezahlt, die über den schwankenden Weltmarktpreis liegen. Die Abnahme wird garantiert. Das gibt den Bauern, die für unseren Kaffee-, Kakao- und Teegenuss ihren Rücken krumm machen, eine finanzielle Sicherheit und somit Lebensqualität. Und weil die Produkte nicht über profitgierige Zwischenhändler weitergereicht werden, bleibt das Endprodukt für den normalsterblichen deutschen Endverbraucher immer noch erschwinglich. Das gleiche Prinzip wird auch für andere Artikel wie Kunstgegenstände und Musikinstumente, die man im Weltladen erwerben kann, angewendet. Es nennt sich schlicht und einfach “Fairer Handel”. Die GEPA ist Hauptlieferant der Weltläden. Es gibt aber auch einige Supermarktketten, die auch bei der GEPA ordern.
 
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen wurde sich locker unterhalten und auch so manche Tafel fair gehandelte Schokolade spendiert. Auf Anregung von Pfarrer Christian Sparsbrod gaben die Männer, die schon einmal Entwicklungsländer bereisten, ihre Erfahrungen und Eindrücke weiter. Alles in allem war es ein sehr informativer und interessanter Abend.
 
Enno Pfaffenberger

 
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„Männerschmieden“ im Gericht
 
Wenn im Amtsgericht Ende Oktober bei freitagabendlicher Dunkelheit noch Licht brennt, zeugt das meist vom Fleiß einzelner Bediensteter vor Ort. Auch am 23.Oktober 2009 war das so, als 12 Besucher aus Saalfeld vom Direktor des Rudolstädter Amtsgerichtes Volker Kurze durch die angegrauten Hallen hiesiger Gerichtsdienstbarkeit in der Rudolstädter Marktstraße 54 geführt worden sind.
 
Häuser wie dieses atmen Geschichte. Will man in diese einsteigen, kann man die Internetseite des Weimarer Architekturbüros Gildehaus Reich benutzen. Seit 1905 steht das Haus mit seinen immerhin 26.000 m3 umbautem Raum prägend in Rudolstadts abends nach Geschäftsschluss ziemlich ausgestorbener Flaniermeile. Jugendstilgeschmückt. Würdig. Kein Justizpalast großstädtischer Prägung, sondern eher ein Kaffeehaus Justitia.
 
Jede Stadt braucht neben Geschichte auch Geschichten. Saalfelder haben da genug Stoff durch Krankenhaus und Landratsamt. In Rudolstadt ist es neben dem Theater  das Gericht, das Geschichten verpuppt. 1911 liefert sich Rudolf Friedrich Wilhelm Ditzen mit seinem Freund Hanns Dietrich von Necker bei Rudolstadt ein Sturm und Drang-Duell, das nur erstgenannter überlebte. Er wird wegen Totschlag verhaftet, kommt in die Psychiatrie und später als Hanns Fallada groß heraus. Im Gericht tagte auch der Landtag. 1911 wird mit Franz Winter zum ersten Mal in Deutschland ein SPD-Mann zum Landtagspräsidenten gewählt. 1918 dankte Fürst Günther Victor von Schwarzburg-Rudolstadt als (vergessener) letzter Monarch Deutschlands ab.
 
Rudolstädter Zeitläufe waren und sind geruhsam, aber nicht ruhig. Der Fürst dankt später ab? Na und, lasst ihn doch. Jemanden als Brummochse zu titulieren gilt als derb, jedoch nicht ehrschädigend und ist es über die Jahrzehnte geblieben. Zwei Diktaturen sind seit den blau-weißen Schwarzburgern von hinnen gegangen. Schicksale lagern in Aktenregalreihen. Brummochse bleibt Brummochse. Volker Kurze hätte noch viel zu berichten gehabt. Die aufkommende Diskussion über die alltägliche Arbeit oder die besonderen Fälle im Gericht hätte noch stundenlang weitergehen können.
 
Nach dem Applaus für den Pfälzer Bub Volker Kurze als Dank und Abschied vom Gericht gingen wir zum Gemeinderaum am Schulplatz.  T.F. hatte mit seinem Fahrzeug Essen und Trinken gebracht. Dieses wurde gemeinsam hochgetragen und der Tisch gedeckt. Beim gemeinsamen Abendessen wurde des Öfteren über das Jüngste Gericht reflektiert, dass sich auch über dem Eingang unserer Saalfelder Johanneskirche findet. Jeder, der eintritt und jeder, der austritt schreitet darunter hindurch. Meist unbewusst. Die Seligen fahren in den Himmel, die Verdammten stürzen zur Hölle. In der Mitte thront Christus.
 
Auch im Leben ist jeder von uns von gerichtlichen Entscheidungen betroffen. Und sei es durch ein Gärtlein, im Grundbuchamt ist der Werdegang jedes Grundstücks vermerkt, teilweise bis zum Jahre 1600 zurück. Herausforderungen im Berufsleben durch Schutzbefohlene kamen im weiteren Verlauf des Abends zur Sprache. 20 Jahre nach der Wende lebten die Ereignisse von damals wieder lebendig auf. Ein Aufatmen ging durch die Runde.
 
Plötzlich erinnerte Christian Sparsbrod daran, dass der letzte Zug nach Saalfeld in wenigen Minuten abfährt. So schnell geht ein Abend herum? Zeit zum Vaterunser und Abschiednehmen war aber noch und beim halbstündigen Warten auf den verspäteten Zug plätscherte der Abend unaufgeregt aus. Das nächste Männerschmieden wird am Freitag, dem 4. Dezember 2009, um 19 Uhr im neuen Dritte-Welt-Laden Saalfeld am Kreisel „Grüne Mitte“ sein. Hoffentlich mit Dir.

 

 
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Ein Abend in Wickersdorf

Am 28.8.09 waren wir zu Gast in der anthroposophischen Lebensgemeinschaft in Wickersdorf, die in ihren Häusern Menschen mit Behinderungen betreut. Wir bekamen eine Führung durch alle Werkstätten und Bereiche: die Tischlerei, die Gärtnerei, die Bäckerei, die Töpferei und Weberei, der Bereich, wo Kerzen gezogen werden und den Festsaal. Ebenso sahen wir den Gottesdienstraum, den sich drei Konfessionen teilen: die Evangelische Kirche, die Katholische Kirche und die Christengemeinschaft. Den Abend verbrachten wir dann im Raum der Mal-und Musiktherapie, wo uns Colum Lindenberg eine Einführung gab in die Gedankenwelt der Anthroposophie und der Christengemeinschaft. Wir unterhielten uns u.a. über bio-dynamische Ernährung, athroposophische Medizin und die geistlichen Quellen der Christengemeinschaft. Die Methode der Eurhythmie und die Handglocken konnten wir selber ausprobieren. Nach einigen Musikstücken mit Leier, Glocke und Gesang, fand der Abend nach dem 150.Psalm, Vaterunser und Segen ein stimmiges Ende. Herzlichen Dank an Colum für den gelungenen Abend und an Klaus, der sich um die Verpflegung kümmerte. Das nächste Treffen ist am Freitag, den 23.10.2009

 


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